Riff-Kalender Erfahrungsbericht

Inspiration im Tischformat

Sich selbst zum Üben zu motivieren ist eine der größten Herausforderungen, vor denen Gitarristen tagtäglich stehen. Doch damit nicht genug, droht schon der nächste Motivations-Killer: Häufig neigen SpielerInnen dazu, musikalisch im eigenen Saft zu schmoren.
Der Guitar-Riff Kalender:
praktischer Inspirations-Bringer
Gegen diese beiden Übungsprobleme gibt es ein kleines, aber feines Helferlein: Der Riff-Kalender. Ein ganzes Jahr lang hatte ich den Wochen-Kalender von PPV Medien im Einsatz. Hier mein Erlebnisbericht.

Große Namen, großes Versprechen

Woche für Woche ein neues Gitarren-Riff oder -Lick, 53 Wochen Spielspaß – ein üppiges Versprechen, das der Riff-Kalender da angibt. Auf den ersten Blick wirkt der Tischkalender jedenfalls nicht gleich so, als wäre das ein echter Knaller. Zwar fallen beim ersten Durchblättern schnell große Namen – doch auch wenn Songs und Gitarrenparts von ACDC und Metallica ebenso zitiert werden, wie Jimi Hendrix, Stevie Ray Vaughan oder Rory Gallagher bleibt auf den ersten Blick der ganz große Wurf erst einmal aus. Kein „Enter Sandman“, kein „Highway to Hell“, auch „Smoke on the water“ sucht man vergebens. Viele würden jetzt wohl abwinken.
Doch für gängige Klassiker, 1000fach durchgenudelte Standard-Akkorde bietet der Riff-Kalender nicht Platz. Hier kommt eine feine Idee ins Spiel, die quasi zwischen den Zeilen mitschwingt. Bei Titeln wie „Eat the Rich“ (Aerosmith), „Sourrounded“ (Dream Theater) oder XY XYZ springt man zwar nicht sofort jubelnd auf – doch wer sich die Mühe macht, die Songs und vielleicht sogar die entsprechenden Alben anzuhören, trifft auf eine ungeahnte Zauberkraft dieses Tischkalenders: Inspiration!
 

Vielfalt für jeden Geschmack  

Schließlich haben die zitierten Songs und Licks durchwegs Klasse und laden ein zum Nachspielen, Reinsteigern, Rumprobieren, Nachhören und Auschecken. Natürlich sind keine 53 Volltreffer dabei – doch die Vielfalt bietet für nahezu jeden Geschmack aus typischen E-Gitarren Genres um Rock, Metal und Alternative passende Musikzitate und Spielgrundlagen.


Mit den schmucken Bildern ist der Tischkalender sogar ganz hübsch anzusehen – auch wenn die permanenten Werbe-Logos auf Dauer ganz schön nervig sind. Immerhin hat der Kalender mit fast 20 Euro auch seinen eigenen Preis. Statt einzelner eingestreuter Werbeseiten wäre vielleicht die eine oder andere Finger- oder Akkord-Übung und eine allgemein etwas größere Darstellung der Tabs ein schönerer Beitrag gewesen.

Abgerundet wird das üppige Tabs-Angebot durch ein Download-Angebot von Soundfiles zu allen Riffs.
 

Fazit:

+ 53 Riffs und Licks
+ Tolle Inspirationsquelle
+ Schöne Geschenkidee
- Viel Werbung
- Kleine Tab-Darstellung

Wer sich der Herausforderung stellt und sich neugierig mit den Songs beschäftigt findet im Riff-Kalender einen Sparringspartner, der tatsächlich 53 Wochen Spielspaß im Jahr birgt. Als wichtigste Inspirationsquelle entpuppt sich dabei der Dreh, dass zwar gezielt große Gitarren-Namen gespielt werden, doch die aufgezeichneten Noten eher unbekanntere Stücke mit Underdog-Potenzial sind.

In Rahmen der Reihe sind auch andere Wochen-Kalender erschienen, u.a. für Klavier. Da sind allerdings nur 52 Übungen drin...

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