25.11.2013

Pentatonic-Scale mit Blue-Note

Feeling hat einen Ton

Der Ton ist magisch. Mit der Blue-Note machst Du aus der normalen Pentatonic-Scale eine unverwechselbare Blues-, Jazz-Tonleiter und Hochgeschwindigkeits-Scale in einem. Und das alles, obwohl nur ein einziger Ton dazu kommt.

Dabei ist die Blue-Note nicht unumstritten. So sehr sie Gitarristen (und andere Instrumental-Solisten) lieben, so suspekt und ungeliebt war dieses Intervall lange Zeit in der klassischen und ernsten Musik. Das lag – unter anderem – auch an ihrem diabolischen Sound.


Fingersätze der Pentatonic-Scale mit der Blue Note
Blue-Note in den
Fingersätzen der Pentatonic-Scale

Nüchtern betrachtet ist die Blue-Note die b5 (also die verminderte Quinte) in Bezug zum jeweiligen Grundton der Pentatonik. Addiert man diesen Ton zur 5-Tonleiter ergibt sich also folgende Intervall-Struktur: 
1 – b3 – 4 – b5 – 5 – 7


Damit wird aus der 5- eine 6-Tonleiter – und an den Stellen mit der Blue-Note sogar eine sogenannte 3-Note-per-String-Scale. Entsprechend werden dort nicht „nur“ zwei Töne auf je einer Saite gespielt, sondern drei. Gitarristen leiten daraus für gewöhnlich ab: 3 Töne pro Saite sind schneller als 2 – das stimmt freilich, ist aber noch lange nicht alles.

 

Prominenter Sound – nicht nur im Blues

Denn der eigentliche Grundcharakter der Blue-Note liegt in ihrer Reibung. Die b5 gilt als „dissonantes Intervall“ und klingt – etwa im direkten Zusammenklang mit dem Grundton – äußerst unharmonisch, düster und hart. Das ist mit ein Grund, warum dieser Tonabstand neben bluesigen Solos vor allem bei Metal-Riffs eine wichtige Rolle spielt.

Einer der deutlichsten Belege dafür ist der Song „Black Sabbath“ von der gleichnamigen Band „Black Sabbath“ - Tony Iommi spielt zwei mal den Grundton und landet dann gnadenlos sägend auf der b5. 
Ähnlich prominent, allerdings etwas unauffälliger kommt die verminderte Quinte in Metallicas „Enter Sandman“ zum Einsatz. Hier wird der Ton Bb (=b5 des Grundakkords) im Hauptriff immer wieder als Durchgangston zum Grundton „A“ des nächsten Akkords, der Subdominante, gespielt.

 

Orientierung per Powerchords

Einfacher Trick, die Blue Note auf der Gitarre zu finden
Mit Powerchords lässt sich
die Blue-Note leicht finden.
Neben der Methode, die Pentatonik-Skale um die Blue-Note zu erweitern und einzuüben, lohnt sich also auch die gegriffene Herleitung mittels der Intervall-Struktur vom Grundton aus (siehe Skizze). Der Trick besteht dabei darin, dass die Quinte (5) immer zwei Bünde höher auf der nächsten Saite als der Grundton liegt – Ausnahme ist wieder die h-Saite, dort sind es 3 Bünde.

Die Quinte von „G“ (3. Bund E-Saite, 5. Bund D-Saite und leere G-Saite) ist das „D“ und liegt demnach entsprechend auf der A-Saite am 5. Bund (=3+2), der G-Saite am 7. Bund (=5+2) und auf der h-Saite am 3. Bund (=0+3), u.s.w.. Der Quintgriff ist vor allem als „Powerchord“ bekannt. Da die b5 einen Halbton tiefer liegt, also einen Bund tiefer, greifst Du einfach mit dem jeweils vorgelagerten Finger (siehe Fingersatz der Skizze) und bist schon bei der Blue-Note angelangt.

 

Weitere Links zum Thema

Auf diese Weise kannst Du die einzelnen Positionen der Blue-Note gerade anfangs schnell kennenlernen ohne gleich „eine neue Scale“ lernen zu müssen. Mehr zu dieser Strategie findest Du zum Beispiel auch in den Texten "Oktav-Griff mit zwei Fingern" und "Das Symmetrie-Prinzip".

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