02.12.2013

Übungsstück zur Liedbegleitung in D-Dur

Fauler Finger im Mittelpunkt

Das Fingerstyle-Stück „Born to love“ ist entstanden, als ich mit einem Schüler verschiedene sus-Akkorde ausprobierte. Bei der Liedbegleitung mit dem D-Dur-Akkord traten Probleme auf; und statt eintöniger Übungen zum stabilen Greifen in der ersten Lage habe ich mir diese Etüde ausgedacht.

Obwohl eine Menge verschiedener Akkorde bei „Born to love“ zum Einsatz kommen, dreht sich buchstäblich alles um einen einzigen Finger. Der kann einfach liegen bleiben, während die anderen drei ins Rotieren geraten.
Liedbegleitungs-Etüde Teil 1:
"Born to love" in D-Dur

 

Dreh- und Angelfinger

Der gemeinsame Nenner der ersten fünf Takte heißt Ringfinger. Denn der 3. Finger der Greifhand bleibt bei jedem Akkord fortwährend am 3. Bund der h-Saite liegen. Die Hauptmelodie (ab Zählzeit 3) wird dabei stets mit dem 4. und 2. Finger (D- und Em-Akkord) bzw. dem 4. und 1. Finger (G-Akkord) sowie der Leersaite e gegriffen. 

Das gilt auch für den B-Teil des Stücks, in dem noch der Bm-Akkord dazukommt (also H-Moll) und die Melodie dort auch wieder mit den Fingern 2 und 4 sowie der Leersaite e gespielt wird.

Die einzige Ausnahme von der  fixierten Position des 3. Fingers am 3. Bund der h-Saite (=b-Saite) bildet der A7 Akkord. Er kommt insgesamt drei Mal vor: in Takt 5, 10 und 14. Neben den Leersaiten A, g und e wird für diesen Akkord nur ein gegriffener Ton gebraucht: Das cis am 2. Bund der h-Saite wird mit dem 2. Finger der Greifhand gegriffen, die Melodie entsprechend mit Leersaite e und dem 3.. 


Der letzte Ton in Takt 10 – das f# am 2. Bund der hohen e-Saite – kann dabei schon (quasi als Vorgriff für den nächsten Akkord D-Dur) mit dem 2. Finger gespielt werden.
Seite 2v2 von "Born to love":
Der 3. Finger bleibt liegen.

 

Einfaches Zupfen mit Fingern oder Plektrum

Das Picking bei „Born to love“ bewusst ganz einfach gehalten: nach dem Prinzip P-I-M brauchst Du nur Daumen und den Wechselschlag zwischen Zeige- und Mittelfinger der Zupfhand.  

Auch E-Gitarristen kommen bei diesem Stück auf ihre Kosten: Es lässt sich prima mit Plektrum zupfen und ist dabei wahlweise eine schöne Sweep-Picking- oder Wechselschlag-Übung. Außerdem lassen sich die verschiedenen Figuren aus dem Lied prima für Liedbegleitungen verwenden.

 

Ein Titel mit Geschichte

Eine schöne Geschichte verbirgt sich hinter dem Titel „Born to love“. Wenn mir – wie bei diesem Stück – auf Anhieb kein griffiger Name einfallen mag, suche ich gern Rat bei meinen Schüler. Ich spiele ihnen das Stück vor und frage sie, wie es heißen könnte. „Born to love“ war die spontane Idee von Martina (11 Jahre).

Eigentlich war ihre Stimmung etwas getrübt an diesem Unterrichtsnachmittag – doch nachdem ich ihr das Stück vorgespielt hatte, sagte sie als erstes: „Dieses Lied muss irgendwas mit „Love“ heißen“... eine Schulkameradin hatte vormittags zuvor wohl den Slogan „Born to die“ auf ihr Heft gekritzelt – fertig war die Idee. „Born to love“ passt – finde ich – wesentlich besser zu dem Stück.

1 Kommentar:

  1. Sehr gut zu spielen - auch nicht zu schwer (obwohl ich immer noch mehr üben müßte :) ) Luis

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