25.05.2012

Das Schlagerkarussell

Warm-Up und Akkorde-Training in einem

Du möchtest Gitarrengriffe schneller spielen? Alle Songs spielen, die es gibt? Dein Repertoire an Griffen erweitern? Dann steig ein ins "Schlagerkarussell"! Es bringt Dich dahin, wo Du hin möchtest - und das Beste ist: Das Tempo bestimmst Du. 

Das "Schlagerkarussell" ist eines meiner Lieblingsspiele im Gitarrenunterricht und hilft Dir gleichzeitig Deine Fähigkeiten im Bereich "Akkorde" und "Gitarrengriffe" auf witzige Weise zu trainieren. Alles was Du brauchst sind Gitarre und Liederbuch.

 

Das Schlager-Prinzip: Radikal einfach

Wichtige Grundgriffe für Gitarre
Schön und einfach: Mit diesen Schlagmustern
kannst Du jeden Schlagercontest gewinnen.
Denk ich an Schlager, denk ich vor allem an einfach gestrickte Musik. Genau dieses Prinzip "radikal einfach" ist Grundlage für das "Schlagerkarussell": Jeder Akkord wird mit einem einfachen Schlagmuster genau einen Takt lang gespielt. Drei typische eintaktige Schlagmuster habe ich Dir in einer Skizze zusammengestellt.

Jetzt schnappst Du Dir ein Liederbuch und schlägst es auf irgendeiner Seite auf. Wichtig: Nimm ein Buch (z.B. aus dem Schulunterricht)! 

Weder Tablet-App noch Internet, nicht mal dieser Blog kann Dir den "einfach aufschlagen und loslegen"-Effekt liefern, wie ein Liederbuch. Egal welches Lied, Musikrichtung oder Band da nun vor Dir liegt – Du kannst alles spielen indem Du den aufgeschlagenen Song "verschlagerst". Jeder Akkord dauert dabei genau einen Takt – nicht mehr oder weniger – alle Zusätze wie "7", "9" oder "sus4" werden ignoriert: Es gibt nur Dur und Moll.

Tempowechsel bringen den Kick

Beliebtes Liederbuch (nicht nur für Gitarre):
"Das Ding" (Quelle: Amazon-Partnerlink)
So vereinfacht lässt sich praktisch jeder x-beliebige Song zum Übungs-Schlager machen. Ziel des Spiels ist es, möglichst viele Akkorde sicher zu greifen. Achte also drauf, jeden Griff "pünktlich" mit dem ersten Taktschlag zu spielen. Funktionieren bestimmte Akkordwechsel nicht – zum Beispiel "D-Dur auf G-Dur" – machst Du einfach einen sehr langsamen Schlager draus und spielst die Grifffolge "in Zeitlupe". Sobald das klappt, versuchst Du dasselbe Muster in flotterem Tempo oder als "Hi-Speed-Schlager": spiele statt ganzer Takte pro Akkord halbe Takte.

Grundgriffe für A-Moll
Viele Wege ein Ziel: Drei Voicings für A-Moll
Für Fortgeschrittene "Schlager-Helden" kann man das Spielchen mit einem einfachen Trick pimpen: Ein Akkord darf nicht zweimal hintereinander mit gleichem Griff gespielt werden. Das zielt darauf ab, dass Du in kurzer Zeit unterschiedliche Griffbilder ("Voicings") kombinieren musst und gewohnte Muster, z.B "Em" und "Am" mit Griffen am zweiten Bund abwechseln, aufbrichst.

Wichtigste Regel: Die "1" muss stehen!

Das "Schlager-Karussell" ist ein prima Warm-up für Gitarristen und eignet sich sowohl als Einstieg für die eigene Übungseinheit, als auch für kleine Wettbewerbe im Gruppenunterricht. 

Weil es besonders wichtig ist, dass alle Griffe genau auf Zählzeit "1" klingen, solltest Du beim Üben Dein Metronom nutzen. 

Spiel so lange (oder so langsam), bis es auf die "1" klappt, bevor Du den nächsten Song "verschlagerst". Bei der Voicing-Variante geht schließlich selbst geübten "Schlager-Helden" irgendwann die Puste aus – und das ist meistens der Punkt an dem neue Übungsziele direkt vor der Nase liegen.

Kommentare:

  1. Es ist ein hilfsreicher Eintrag.
    Aber ich verstehe das 3. Griffbild von a-moll nicht, da ich mit der Bezeichnung "GT auf D-Saite" nichts anfangen kann.

    (Verena)

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  2. Hi,
    das heißt, dass der Grundton (GT) des A-Moll-Akkords (also "a") am 7. Bund der D-Saite mit dem ersten Finger gegriffen werden kann.

    Wenn Du das Griffbild entlang der Saite verschiebst kannst Du so auch jeden anderen Akkord quasi mit dem "D-Moll"-Griff spielen.

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  3. Hallo, alles ist gut verstaendlich aber ich versteh irgendwie das Schlag(er)muster nicht, also bedeuten jeweils die Striche/Pfeile was anderes oder sind die alle gleich?

    Heiko D.

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  4. Das Schlagmuster ist eigentlich nur eine Art "Gedankenstütze" für die Betonungen, die Du mit der rechten Hand spielst. Jeder Pfeil steht entweder für einen Ab-Schlag (nach unten) oder Auf-Schlag (nach oben) -- die volle Linie bedeutet "betont" die gestrichelte bedeutet "unbetont".

    Im Beispiel 1 ist also der erste Ab-Schlag betont, der Auf-Schlag (auf Zählzeit 1-und) bleibt unbetont (geht also ins Leere.). u.s.w.

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  5. Das Schlagerkarussell ist eine gute Methode, um sich warm zu spielen. Ich selbst habe drei Lieder für´s Warm-up.

    S.M.

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