28.08.2013

Intonation an der Slide-Gitarre

Entdeckung der Langsamkeit

Jeder Gitarrist, der sich irgendwann mit dem Thema „Sliden“ (also „Gleiten auf einer Saite“) befasst hat, weiß: Es geht ums richtige Zielen. Genauso ist es eben auch beim Bottleneck-Spiel. In den „Slide-Gitarre Grundlagen“ habe ich bereits erklärt, dass Du mit dem Bottleneck auf das Bundstäbchen zielen musst, um einen schönen Ton zu erreichen.

Das erfordert – wie beim „Sliden“ ohne Bottleneck – ein wenig Übung. Mit dieser kurzen Sequenz kannst Du schon einen sehr schönen Slide-Sound erreichen. Dabei ist vor allem eines wichtig (etwas, was Gitarristen typischerweise nicht auszeichnet): Geduld!

Von Stäbchen zu Stäbchen

Immer langsam bleiben:
Einfache Bottleneck-Übung in G-Dur
Bei „Slide In“ geht es zunächst nur um das einfache Gleiten von A nach B. In diesem Fall vom 3. Bund der hohen e-Saite hinauf zum 5. Bund. Wenn Du diese Übung mit dem Finger (z.B. 3. Finger) greifst und slidest, dann rutschst Du von Bundmitte zu Bundmitte; anders mit dem Bottleneck. Hier solltest Du vom 3. Bundstäbchen möglichst genau auf das 5. Bundstäbchen rutschen.


Achte beim Probieren auf die unterschiedlichen Klangentwicklungen der beiden Spielweisen. Der „stufenlose“ (weil „bundlose“) Bottleneck-Sound hebt sich sing-sang-artig vom üblichen Finger-Slide über die Bünde ab. Ähnlich der menschlichen Stimme kannst Du so auf der Gitarrensaite quasi „stufenlos intonieren“. Das macht den Reiz des Slide-Gitarre-Spielens im Wesentlichen aus – birgt aber auch so einige Stolperfallen, die einen Gitarristen zum Umdenken zwingen.

Spielen wie ein Sänger

Die wahrscheinlich wichtigste Änderung im Vergleich zum üblichen Gitarrenspiel ist die Geschwindigkeit. Während Gitarristen häufig dazu neigen, intensive musikalische Momente mit möglichst hoher Geschwindigkeit auszudrücken (also „je geiler, desto schneller“) ist das bei den meisten Sängern gerade umgekehrt der Fall. Der meiste Ausdruck, die häufigsten Umspielungen und Phrasierungen legen sie auf langgezogene, langsame Noten.

Das geht zwar auch im „normalen“ Gitarrenspiel – nur die ersten Schritte mit dem Bottleneck „zwingen“ einen förmlich dazu, das Tempo zu drosseln. Deshalb solltest Du diese Übung auch so langsam wie möglich ausprobieren und dabei intensiv darauf achten, wie sie klingt; dass es auch schön „singt“.

Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von www.slide-work.com - dem effektiven Slide-Guitar-Workshop für Einsteiger und Fortgeschrittene

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