02.03.2016

Fingerspitzengefühl richtig üben

Runter vom Gas!

Es ist ein unterschätztes Thema beim Gitarrespielen: Kraft-Management am Griffbrett. Dabei kennt jeder Musiker Symptome wie klamme Finger beim Spiel, die scheinbar mit jedem weiteren Ton lahmer werden.

Selbst geübte Spieler kennen das. Die Ursache liegt in der Hand-Muskulatur: die meisten spielen mit zu viel Kraft. Hier eine einfache Übung um das Kraft-Klang-Gefühl zu verbessern.

Kontrollverlust durch Kraftverschwendung

Der Rhythmus schlingert, Bendings klingen nach Katzenjammer, Läufe gelingen nicht mehr... wenn Gitarristen (und nicht nur denen) die Kraft ausgeht, geht auch der Klang flöten. In den allermeisten Fällen ist schlicht zu viel Fingerkraft die Ursache.

Dabei spielt eine fatale Kette eine große Rolle:
Vorspiel erzeugt Stress, Stress sorgt für intuitives „Gasgeben“ – üblicherweise schneller spielen und mit mehr Körpereinsatz... und mit mehr Kraft am Griffbrett.

 

Der Lahmheit vorbeugen

Fingerkraft üben: Mit und ohne Krafteinsatz ist diese Übung gestrickt.
Sehr effektiv gegen lahme Finger und Schmerzen im Unterarm
Das überfordert die Muskeln der Greifhand (bei Fingerpickern ist vielleicht auch die Zupfhand überstrapaziert) und dann kommt der Kontrollverlust oft sehr plötzlich. Darauf hilft nur eine Regenerationspause, bevor Du wieder spielen kannst.

Um der Lahmheit vorzubeugen ist Kraft-Management der Schlüssel. Denn die meisten Gitarristen tendieren dazu, grundsätzlich zu stark zuzudrücken. Um ein Gefühl für den tatsächlichen Kraftaufwand zu bekommen hilft die Übung:  
„1,3 – 1,2,4“

 

4 Finger und 1 „Plopp“

Dabei spielst Du nacheinander 1. und 3. Finger auf der g-Saite und dann 1., 2. und 4. Finger auf der h-Saite. Damit die Finger locker bleiben, eignet sich z.B. der 5. Bund als „Trainingsplatz“:
  • g-Saite: 1. Finger am 5. Bund, und 3. Finger 7. Bund
  • h-Saite: 1. Finger am 5. Bund, 2. Finger 6. Bund und 4. Finger 8. Bund
Spiele die Tonreihe zunächst so, dass die Töne sauber klingen sowohl aufwärts (Fingersatz 1,3 – 1,2,4) als auch abwärts (Fingersatz 4,2,1 – 3,1). 

Wenn das klappt, spielst Du die Töne diesmal ohne Kraft. Dabei liegt der Greif-Finger jeweils an der Saite an ohne niederdrücken. Statt eines Tones klingt dann ein „Plopp“ oder „Plock“. Der Anschlag mit der Zupfhand soll gleich bleiben und nicht schwächer werden.

Die Übung eignet sich auch als Aufwärm- und Entspannungs-Spiel, zum Beispiel vor einem Auftritt. Es geht darum ein Gefühl für die Saiten zu entwickeln. Das berühmte „Fingerspitzengefühl“. 

 

Weitere Texte zum Thema



1 Kommentar:

  1. Schöne Fingerübungen und Tipps auch noch für Fortgeschrittene, danke!

    LG
    Tom

    AntwortenLöschen