28.06.2014

Chromatische Fingerübung für Gitarre

Geschwindigkeit ist keine Hexerei

Für viele Gitarristen ist es wichtig, möglichst schnell zu spielen. Ein gewisses Maß an "Grundgeschwindigkeit" braucht ein "Könner" auch. Selbst "Slowhand" Eric Clapton hat schon mal rasante Gitarrenläufe zu bieten.

Mit dieser Fingerübung kannst Du Geschwindigkeit gut trainieren. Dabei gehts weniger um hohes Tempo. Beim "chromatischen Wahnsinn" ("chromatic madness") stehen vor allem die Bewegungsabläufe im Vordergrund. Und das beginnt zunächst ganz, ganz, ganz langsam!

Das Zusammenspiel zählt

Fingerübung für E-Gitarre und Akustik-Gitarre
Einfach und effizient: chromatische Fingerübung
für E-Gitarre und akustische Gitarre
Hohes Tempo ist auf der Gitarre nicht gleich schnelles Spiel. Jeder, der schon mal auf den Saiten ein wenig "Gas geben" wollte, hat früher oder später gemerkt: Das Zusammenspiel zwischen Greif- und Zupf-Hand bzw. Greif- und Pick-Hand ist der Gratmesser.

Schließlich helfen flinke Melodie-Griffe nichts, wenn die Zupfhand zu spät kommt. Aber auch den frühen Zupfer ärgerts, wenn mangels Greif-Geschwindigkeit lärmende Leersaiten und knackende Dead-Notes zu hören sind.
Meiner Erfahrung nach kommt in den meisten Fällen die Picking-Hand zu spät. 

Der simple Ablauf hilft

Häufig liegt das daran, dass wir auf den Greif-Impuls warten – also den Moment, indem klar ist: Griff passt! Doch aus musikalischer Perspektive reicht es eben nicht, erst nach diesem Moment zu zupfen – dann ist es meist zu spät.

Hier setzt diese Übung an. Der Ablauf ist simpel: Jeder Greif-Finger wird nacheinander auf das Griffbrett gelegt: 1, 2, 3, 4. Zunächst am 1.,2.,3. und 4. Bund, dann am 2.,3.,4. und 5. Bund, dann am 3., 4., 5. und 6. u.s.w..
Wenn der kleine Finger am 11. Bund ist, rutsch die Greifhand einen Bund höher und das umgekehrte Spiel beginnt: 12., 11., 10. und 9. Bund mit den Fingern 4, 3, 2 und 1; dann der 11., 10., 9. und 8. Bund mit denselben Fingern, u.s.w..

Fokus: Zupf-Hand

Klingt monoton? Das ist gut so.
Die Vorhersehbarkeit hilft, das frühe Anschlagen zu trainieren. Beim Wechselschlag mit zwei Fingern (z.B. Zeige- und Mittelfinger) kann bereits der Unterschied des jeweils startenden Fingers sehr viel ausmachen: Z-M-Z-M wird zu M-Z-M-Z und umgekehrt. Beim Wechselschlag mit Plektrum – also ab-auf-ab-auf und/oder auf-ab-auf-ab – kommt es schließlich darauf an, den Anschlagsweg möglichst kurz zu halten.

Fokus: Greif-Hand

Auch beim Greifen geht es darum möglichst kurze Wege zu machen. So sollten Greiffinger 1,2,3 und 3 stets möglichst nah über den Saiten "schweben" – und zwar sowohl auf- als auch abwärts des Griffbretts. Vor allem auf dem Weg zurück vom 12. zum 1. Bund (also der Rückwärstbewegung) kann das ziemlich schwierig sein.

Dabei hilft vor allem: Tempo niedrig halten und möglichst konstant spielen.
Diese Übung ist übrigens auch ein prima Warm-Up für Konzerte oder Vorspiele.


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