05.06.2013

Barré-Griffe-Training

Kleine Übung – Große Wirkung

Viele Gitarristen verzweifeln daran, den Barré-Griff zu lernen. Einen Finger quer über mehrere Saiten legen und diese damit alle gleichzeitig niederzudrücken, ist gerade für Anfänger eine große Hürde.

Mein lieber Kollege César Tapia hat mir zu diesem Thema eine kleine Fingerübung gezeigt, die das Thema "Barré-Griffe spielen" schrittweise angeht. Diese Übung habe ich ein wenig bearbeitet und in zwei Hälften geteilt – der erste Teil eignet sich prima um sich der Herausforderung langsam zu nähern.

 

aka "Quergriff"

Einfach den Zeigefinger flachlegen:
Leichte Barre-Griff-Übung Teil 1v2
Früher wurden Barré-Akkorde auch Quergriff genannt; weil dabei ein Finger – meistens der Zeigefinger – quer über mehrere Saiten gelegt wird. Also ist bereits ein quergelegter Finger über zwei Saiten ein waschechter Barré-Griff. Und genau nach diesem Prinzip funktioniert diese kleine Übung.

Dreh- und Angelpunkt ist der Mittelfinger (2. Finger) am 2. Bund der h-Saite. Dieser Finger bleibt bei der gesamten Übungsstrecke an derselben Stelle liegen – einfach drücken, nicht mehr drüber nachdenken lautet hier die Devise.
Die eigentliche Musik spielt sich jetzt auf der hohen E-Saite ab (Übung 1A): 

Während der 2. Finger auf seinem Platz bleibt, spielst Du zunächst die E-Saite leer, dann mit dem 1. Finger am 1. Bund, mit dem 3. Finger am 3. und dem 4. Finger am 4. Bund. Dabei wechselst Du einfach immer mit dem gedrückten Ton auf der h-Saite ab, sodass die Zupfhand im zwischen h-Saite (zupft z.B. der Zeigefinger) und der hohen E-Saite (zupft z.B. der Mittelfinger) pendelt.

Der Mittelfinger bleibt liegen

Übung 1B ist im Prinzip das gleiche Spiel – nur diesmal läuft die Reihenfolge der gegriffenen Finger rückwärts ab: zuerst der kleine, dann der Ring- und dann der Zeigefinger drücken die E-Saite. Der Mittelfinger liegt weiterhin stoisch auf der H-Saite.

Bislang ist dafür zwar kein Barré-Griff notwendig. Aber um schon mal ins Trainig zu kommen, wiederholst Du diese Übung mit einem Quergriff der Zeigefingers am 1. Bund.  
Also z.B.: E-Saite leer, dann ZF quer über h- und e-Saite, dann 3. Finger... u.s.w. -- und natürlich umgekehrt: E-Saite 4. Bund, dann RF und danach ZF quer über h- und e-Saite. Wenn der Zeigefinger dabei gerade nicht an der Reihe ist, kannst Du ihn natürlich auch loslassen. Das macht das Ganze nicht nur leichter, sondern auch effektiver: So lernen Deine Finger zwischen Barré-Griff und freien Griffen zu unterscheiden.

Barré über 3 Saiten

Etwas kniffliger ist dagegen schon Übung 2A: Es gilt dasselbe Greif-Schema wie bei 1A. Allerdings greifen 1., 3. und 4. Finger jetzt auf der G-Saite. Also liegt nach der Leer-Saite der erste Finger plötzlich quer über g-, h- und e-Saite. Danach kommen der 3. und 4. Finger dazu – wahlweise mit oder ohne gleichzeitig gegriffenen Quergriff. (Beide Varianten bringen Dich weiter!) 

Gleiches gilt auch hier wieder für Variante 2B – nur eben auch hier wieder umgekehrt: also der 4. Finger beginnt, dann 3., dann Barré, dann Leersaite.

Diese kleine Barré-Übung erfordert Fingergeschick und Routine im Greifen und eignet sich super als Aufwärm- bzw. Finger-Spielerei zwischendurch. Dabei solltest Du Dir viel Zeit nehmen, jeden Finger einzeln zu drücken. Nachfassen mit der Zupfhand schadet nur; spiele langsam und bewusst – das bringt Dir mehr Lerneffekt!

Hier geht's zur zweiten "Barré-Griff-Übung für Anfänger".

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