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Evolution Interview mit Marcus Deml

Energie trifft Akribie

Rund 2 Jahre Arbeit investierte Meister-Gitarrist Marcus Deml in die neue Errorhead-CD „Evolution“. „Eingängiger und funkiger als der Vorgänger („Organic Pill“)“, schreiben die Kritiker; „Noch kompakter und energiegeladener“ der Sound. Doch wie passt das zusammen: Kompakter Rock trifft auf die musikalische Bandbreite von Ausnahme-Virtuosen? 

Wie geht spontane Energie trotz jahrelanger Akribie? Marcus Deml verrät im Interview welche Themen sich durch „Evolution“ ziehen, wieso es sich manchmal lohnt, eine Gehirnhälfte auszuschalten und welchen Anteil die Bandmitglieder bei der Entstehung des Albums beisteuerten.

Gery Feind: Auf Deiner neuen CD kommt unter anderem mit „Scream“ ein typischer Riff-lastiger Rocksong daher. Wie schreibt man einen waschechten Rocksong?
Marcus Deml: Rockmusik lässt sich nicht mit intellektuell geprägten Kompositionstechniken erarbeiten. Eigentlich hat erdiger Rock doch was von Höhlenmenschen-Musik, oder? Straighter Rock ist reine Bauchsache – und braucht einen geilen Sound!

 

„Augen schließen und passieren lassen“

Du bereitest viel zu Hause im Studio vor und hast so über 2 Jahre hinweg an „Evolution“ gearbeitet. Wie verhinderst Du, verkopft an die Musik zu gehen?
Ich versuche meine rationelle Gehirnhälfte so gut es geht auszuschalten. Das Prinzip beim Songwriting lautet dabei: Augen schließen und es passieren lassen. Auf diese Weise kannst Du selbst Licks und Riffs, die Du so oder so ähnlich schon einmal gespielt hast, vielleicht neu entdecken. 
Vieles ist schließlich Interpretationssache. Selbst in Van Halen Solos wie zum Beispiel „Erruption“ kannst Du viele Elemente anderer Musiker entdecken; oder zum Beispiel Stevie Ray Vaughan: Er hat seinen ganz eigenen Stil kreiert obwohl das meiste auf dem 12-taktigen Bluesschema basiert.
 Errorhead "Evolution" als CD oder mp3 erhältlich

Zu Errorhead gehören auch Athanasios “Zacky“ Tsoukas (Drums), Frank Itt (Bass) und Karsten Stiers (Vocals). Wieviel Anteil hatte die Band an der Entstehung von „Evolution“?
Meine Bandkollegen sind großartige Instrumentalisten. Zacky, Frank – mit dem ich schon mein halbes Leben lang Musik mache – und Karsten bringen natürlich ihren ganz individuellen Sound mit in die Band.

 

„In drei Tagen war alles eingespielt“

Aber ihr habt die Songs nicht gemeinsam komponiert?
Man kann sagen, dass gut 80 Prozent der Songs schon fertig waren, bevor wir mit den Aufnahmen begonnen haben. Ich habe viel Zeit damit verbracht, detaillierte Demos zu programmieren und einzuspielen um recht genaue Vorgaben zu machen. Trotzdem hatten alle noch viel eigenen Gestaltungsspielraum.
Am Ende war das Album in nur drei Tagen eingespielt, oft brauchten wir nur wenige Takes. Da zeigt sich einfach die große Klasse der einzelnen Musiker, zum Beispiel Frank der mit dem Bass das Bindeglied zwischen mir und Zacky darstellt.

Die Texte stammen von Dir?
Errorhead-Tourdates im Mai 2014
Ich bin sehr stolz auf diese Texte. Zwar habe ich eng mit Karsten zusammen gearbeitet, aber da ging es hauptsächlich um rhythmische Phrasierungen und Ausdruck. Durch meine rund acht Jahre lange Zeit in den USA komme ich mit der englischen Sprache gut zurecht. So stand bei vielen Songs das textliche Grundgerüst im Grunde schnell. Die Feinarbeit dagegen dauerte teilweise sehr lange. Immerhin beschäftigen sich die Stücke mit Themen wie Tod und Beziehungen – da möchte ich kein „blabla“ aufnehmen.

Errorhead in München
„Evolution“ ist seit 25. April 2014 im Handel und auf den bekannten Plattformen erhältlich. Obwohl die Band aus erfahrenen Studio-Profis besteht, sagen viele, dass sie live noch besser rüber kommen als auf CD. Am 16. Mai gastiert Errorhead in München in der Garage Deluxe. Weitere Tourdates und Infos unter: www.errorhead.com
 

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