26.04.2013

Langsame Pentatonic-Übung

Auf die Bremse getreten

Nicht nur das Interview mit Marcus Deml hat mich aufgerüttelt - auch ein paar Proben vor kurzem haben mir einmal wieder gezeigt: Timing ist einfach das Gitarristen-Problem schlechthin. Ich hab mich daher für eine radikale Übung entschieden: Pentatonik ganz langsam!

Radikal ist schon mal die Einstellung des Metronoms: der langsamste Mode liefert aktuell 40 Bpm. Und das ist schon wirklich lahm. Wenn man bedenkt: Ein typischer Rocksong hat meist so zwischen 110 und 120 Bpm. Trotzdem bin ich verblüfft, was Du bei diesem Schneckentempo alles anstellen kannst - und wie schwer es ist, ganz langsam Pentatonic zu spielen.


40 Bpm - das muss reichen

Jetzt mal langsam: Eine ganz einfache
aber sehr langsame Pentatonik-Übung
"Du bist schneller geworden" - meine liebe Gesangskollegin Marie Brandis hat das in den letzten Wochen schon öfter bemerkt. Und irgendwann dachte ich mir: Zeit, auf die Bremse zu treten. Also habe ich mich an einen Satz aus dem Marcus-Deml-Interview erinnert: "Paul Gilbert spielt sich zum Beispiel warm, indem er ganz ganz langsam Tonleitern spielt."

Tja, und was der Herr Gilbert kann, dürfte mir doch nicht allzu schwer fallen, oder?! Also hab ich einfach mal versucht, die Pentatonic-Scale bei 40 Bpm zu spielen (siehe Skizze, das ist die 3. Position der A-Moll-Pentatonic). Am besten probierst Du zunächst einmal Achtelnoten zu spielen - die weit entfernten Viertel bei nur 40 Schlägen pro Minute zu treffen ist nämlich auf Anhieb richtig schwer.

Achte drauf, dass Du genau auf den Metronom-Beep bleibst und trotzdem alle Töne gleichlaut betonst (Wechselschlag!!). Um die Synchronisation zwischen den beiden Händen zu "timen" lohnt es sich, dass Du den Takt mit einem Fuß mitstampfst. Auf diese Weise trägst Du den Beat quasi durch Deinen ganzen Körper - und darauf kommts an!

 

Mischung macht Musik

Wenn das gut klappt, bist Du bereit für die nächste Stufe: 16tel! Auch hier sollte Dein Ziel sein, alle Noten möglichst gleichmäßig zu spielen. Musikalisch wertvoll ist das zwar noch nicht - aber schon die Kombination der beiden Tempi kann ganz reizvoll sein: Spiele erst zwei Takte Achtel- dann zwei Takte 16tel-Noten, danach wieder zwei Mal Achtel und wieder zwei Mal 16tel-Noten u.s.w..

Noch immer zu einfach? Gut, wenn Dich diese Übung nicht mehr kickt, habe ich hier einen wunderbaren Tipp, wie Du dieselbe Übung (2taktiger Wechsel zwischen Achtel- und 16tel bei 40 Bpm) schlagartig wieder zur Knobelei machst:

 

Der Trick hinter dem Beep

Bisher war der Beep vom Metronom als Zählzeit 1, 2, 3 und 4 definiert. Wenn Du das Beep als Zählzeit 2 und 4 (1=stumm, 2=Beep, 3=stumm, 4=Beep) definierst, stellt das vieles auf den Kopf und Du zählst das Tempo auf einmal so: 1-und-Beep-und-3-und-Beep-und-1-und-Beep...


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen