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Interview mit Chris Fuetarra von Yen - Teil II

"Redemption" - auf dem Griffbrett


Im ersten Teil dieses Features hat uns Chris Fuetarra, Gitarrist von YEN, bereits ein paar Details zur Studioarbeit an "Redemption" verraten. Jetzt gehts ans Eingemachte und wir schaun ihm genauer auf die Finger.
Er hat mir ein paar Licks zur Verfügung gestellt, die die Grundideen hinter ihrer ersten Single aus dem Album "Into the Sun" sehr schön erklären. Dabei zieht sich eines wie ein roter Faden durch sein Spiel: einfacher Kniff trifft auf komplexen Sound.

 

Einfache Akkorde - und ein schöner Trick

Intro von "Redemption": Spartanisch schöne Akkorde.
Die Akkordfolge für den Song sieht auf den ersten Blick eigentlich unspektakilär aus. Lässt man alle hinzugefügten Sondertöne weg, bleibt als Pattern: // D / Am / C / Gm //. Mit einem kleinen Trick hebt Chris allerdings die einzelnen Akkorde in die wohlig wabernden Sound-Sphären von "Redemption": Er nimmt die Non dazu.    Die Non ist der neunte Ton der jeweiligen Tonleiter des Akkords. Das Prinzip ist einfacher als es klingt, denn nachdem der 8. Ton ja der Grundton ist, nur eine Oktave höher, ist der 9. eben der nächste Ton nach dem Grundton. Das entspricht beim D dem e, beim A dem h, beim C dem d u.s.w..    
Original: persönliche Transkription
der Gitarrenparts zu "Redemption".
Bei "Redemtion" setzt Chris vor allem auf zwei Voicings (also Akkord-Griff-Variationen), die sich abwechselnd an verschiedenen Stellen des Griffbretts wiederholen. Zum einen das Dur-Voicing für Dadd9 und Cadd9 in der X. bzw. VIII. Lage (also Zeigefinger am 10. bzw. 8. Bund). Die Moll-Voicings werden jeweils in der V. und III. Lage gegriffen. 

 

Maximale Gefühl-Power im Solo

Im Solo werden die vielen unterschwelligen Emotionen von "Redemption" von der Gitarre förmlich hinauskatapultiert. Und "Emotion" heisst auf der Gitarre vor allem "Bending" (also Saiten ziehen). Bei diesem Lick, der etwa in der Mitte des Schluss-Solos gespielt wird, nimmt sich Chris fast einen halben Takt Zeit für ein ziemlich klassisches Double-Bend in der D-Moll-Pentatonic in der X. Lage.   
Ordentlich gezogen: Das Unisono-Bending am Ende
des ersten Taktes ist ein Klassiker in Rock-Solos.
Dabei ziehst Du die G-Saite mit dem Ringfinger auf dem 12. Bund hoch während der Zeigefinger noch am 10. Bund der H-Saite den Ton greift. Die Tonreibung, die so entsteht, fräst sich förmlich ins Ohr. Ein Lick, bei dem man kaum weghören kann.

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