18.09.2013

Melodische Fingerübung für die Zupfhand

Das Wunderlied

Manchmal haben die Kleinsten die größten Ideen. Nach den großen Ferien kam die 9-jährige Isabel in meinen Unterricht und stellte mir ihre neueste Lied-Idee vor. Zuerst dachte ich, es wäre eine Verlegenheitsidee (weil in den langen Ferien wird wenig geübt) – doch schon bald entpuppte sich das scheinbar flapsige Fingerspiel als durchaus knifflige und sehr effiziente Fingerübung.

Das hätte sie freilich selbst kaum vermutet: Ihre kleine Melodie hats in sich – und kostet sogar richtig Nerven, wenn man sich der Herausforderung stellt und nicht mogelt. „Isabels Wunderlied“, so nannte sie ihre Lied-Idee. Das passt, denn so manch Großer wird sich wundern, wenn er diese knifflige Melodie sauber zupfen möchte.

 

3-Viertel-Takt für die Dynamik
Fingerübung für den Wechselschlag:
Isabel hatte da eine echt fiese Idee!

Das Prinzip dieser Fingerübung für die Zupfhand ist, wie immer, eigentlich, sehr simpel gehalten. Die Greifhand hat sogar einen richtig eintönigen Job, während auf die Zupfhand eine Menge (Übungs-)Arbeit wartet. Ich habe mich für einen 3-Viertel-Takt entschlossen, um die Melodie kurz und dynamisch zu halten. Zum Einstudieren kannst Du die einzelnen Phrasen aber auch länger (z.B. als 4/4) spielen.

 

Der Fingersatz der Greifhand im Detail

Bei der Greifhand geht es vor allem darum mit dem richtigen Fingersatz zu drücken. Also der 2. Finger am 2. Bund der D-Saite (Takt 1 und 4), der 1. Finger am 1. Bund der D-Saite (Takt 2) sowie der 2. Finger am 2. Bund der g-Saite (Takt 5) und 1. Finger 1. Bund g-Saite (Takt 6 und 8).

Die große Schwierigkeit liegt dagegen in der Zupfhand. Denn obwohl der Daumen (=p) sowohl von Takt 1 bis 4 also auch Takt 5 bis 8 jeweils dieselbe Saite anschlägt (nämlich die D-Saite 4 Takte lang und dann die g-Saite 4 Takte lang) wechseln sich Zeige- und Mittelfinger beim Zupfen der Melodiesaite h- bzw. e- ab. Dieser Wechselschlag zwischen „i“ (= Zeigefinger) und „m“ (= Mittelfinger) ist das Ziel der ganzen Übung.
Die Tabs passend zur Wunder-Übung:
das Greif- und Zupf-Konzept im Detail erklärt

 

So geht der Ablauf

Die ersten vier Takte des kleinen Stücks werden wiederholt, bevor Du den unteren Teil der Etüde spielst. Dabei ändert sich im 2. Teil eine Kleinigkeit: im Vergleich zum 1. ist der letzte Takt wieder mit dem 1. Finger auf der g-Saite gegriffen. Davon abgesehen bleibt das Prinzip der Übung in beiden Teilen gleich.

Auch hier gilt wieder: langsam starten, dann das Tempo steigern. Hier hab ich noch 5 Tipps fürs Üben mit Spaß für Dich.

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