29.11.2018

A-Moll-Pentatonik-Song für Gitarre

Der fröhliche Moll-Klang

Die 4. Position der Am-Pentatonik steht bei diesem E-Gitarrensong im Mittelpunkt. Eine komfortable Lage mitten im Griffbrett und abwechslungsreiche Fingerwege – die Position lädt ein zu flotten Läufen und beherzten Bendings.

Dass „Follow me Home“ dabei mehr fröhlich klingt, als die bisherigen Stücke hat einen einfachen Grund: Obwohl die Töne der A-Moll-Pentatonik entsprechen, kommt die Scale doch als Dur-Scale daher. Der musikalische Wolf im Schafspelz – und zugleich ein sehr beliebtes Klangbild bei Rock'n'Roll-Gitarristen.

Zwei Tonleitern in einer

Rocksong für E-Gitarre
mit C-Dur-Pentatonic
„Follow me Home“ folgt einer einfachen und zugleich sehr kurzweiligen Melodie. Das liegt zunächst an den vielen langen Pausen in den ersten Takten und an der Tonart (C-Dur). Die A-Moll-Pentatonik übernimmt da den Klang der parallelen Tonart C-Dur – sie wird somit automatisch zur C-Dur-Pentatonik. Diesen Kniff verwenden zum Beispiel auch Status Quo im Solo zu „Rockin all over the world“. Denn mit diesem Trick – A-Moll-Pentatonik über die Akkorde rund um C-Dur spielen – kann man gewohnte Fingerwege im neuen, deutlich fröhlicheren Klangbild wiedergeben.


Reizvoll gelegen:
die 4. Position der
Moll-Pentatonic-Scale
Auch die Lage der 4. Position wirkt sich gerade bei A-Moll/C-Dur positiv auf die Spielbarkeit der Melodie aus. Rund um den XII. Bund tummeln sich ein paar besonderes angenehme Griff-Bilder. So sind Läufe zwischen hoher e-Saite und g-Saite mit schönen unterschiedlichen Fingerwegen gepflastert:
  • e-Saite 1.+4. Finger
  • h-Saite 2.+4. Finger
  • g-Saite 1.+3. Finger
Eine Menge Abwechslung für die Greifhand ist also geboten. Ich habe zusätzlich zur o.g. Region (roter Rahmen) auch ein paar Dreiecke gelb, grün und blau markiert (hier habe ich schon einmal das Konzept Dreiecke in der Pentatonik erwähnt).


3 oder 4 Finger – Du hast die Wahl

Dreiecke markiert:
Ein paar Sweet-Spots
zur Pentatonic-Scale
In der zweiten Hälfte des ersten Teils kommt ein Bending vor: Am 15. Bund der hohen E-Saite. Eine praktische Lage fürs Saitenziehen, denn hier „oben“ ist der Widerstand der Saite vergleichsweise gering und die Töne lassen sich gut erreichen. Dabei lassen sich die hohen Töne sowohl mit dem 4. Finger spielen als auch mit dem 3. Finger – ich bevorzuge für 4-Finger-Variante für mehr Power und höhere Flexibilität beim Greifen.

Die zweite Hälfte der Melodie von „Follow me home“ wandert Stück für Stück auf die tieferen Saiten. Da ist schon etwas mehr Fingerfertigkeit gefragt. Sicherlich: Viele Gitarristen würden für so einen Part wahrscheinlich auf eine andere Position ausweichen um beispielsweise eine etwas leichtere Bespielbarkeit anzupeilen. Doch auch in der XII. Lage lassen sich die Töne auf D- und A-Saite noch recht gut erreichen – und schließlich geht es darum die Reize jeder einzelnen Fingerposition zu erkunden.

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