09.02.2012

Gitarrengriffe richtig greifen

Greifen für Einsteiger

Gitarre wird auf zwei Weisen gespielt: Zupfen und Greifen! Sicherlich: man kann das alles auf den Kopf stellen, verdrehen und neu erfinden... aber die Ursprungsidee "Griffe greifen" ist und bleibt: eine Hand zupft - die andere drückt die Saiten.

Einsteiger kämpfen oft mit den Akkord-Griffen. Deshalb habe ich Dir hier Tipps zusammengestellt, wie Du Deine linke Hand "in den Griff" bekommst:

Tipps zum Akkorde drücken

Um Akkorde sauber und vor allem fest greifen zu können, kannst Du Dir mit ein paar Tricks entscheidende Vorteile verschaffen:

 

1. Dein Daumen kontert den Zeigefinger

Gitarren-Griffe greifen ist wie Stiftehalten:
Der Daumen muss an der richtigen Stelle stehen!
Versuch einmal mit der linken Hand und den Fingern "Daumen, 1 und 2" einen Stift zu "greifen". Wenn Du Dir Deine Hand anschaust, stellst Du sicher schnell fest, dass Du den Daumen ziemlich genau "zwischen" Zeige- und Mittelfinger platziert hast - und genau da gehört er (meistens) auch auf der Gitarre hin - nur dass statt eines Schreibers eben der Gitarrenhals dazwischen ist.

 

2. Deine Finger machen "die Kralle"

Ich frage meine Schüler gerne mal: "Wie macht der Tiger?" - und sie zeigen mir dann ganz gerne mal die Krallen (mit der Greifhand): das dritte Glied des Daumen ist angewinkelt, die Finger 1 bis 4 sind in einer Art "Klauenstellung" ebenfalls angewinkelt. So macht der Tiger nicht ohne Grund: So hast Du die meiste Kraft beim Greifen!

 

3. Der richtige Griff beginnt bei der Sitzhaltung

Wie Bruce Lee: Die "Kralle" übt
optimalen Druck auf die Saiten aus.
Wenns nicht klappt mit dem Ton beim Greifen, dann hören meine Schüler oft:
"Gitarre gerade - anständig hinsetzen!"
Lustigerweise musste ich bisher noch nie erklären, was ich mit dieser Ansage genau meine. Jetzt tu' ich's trotzdem: Sitze an der forderen Kante des Stuhls, Rücken gerade, Gitarre senkrecht auf dem Oberschenkel liegend.  
Ermögliche alles damit die Gitarre senkrecht aufliegt! Denn je schräger Du das Griffbrett hältst, desto schwieriger hast Du es, "die Kralle" aufs Griffbrett zu bringen. Mit einem rechten Winkel auf dem Grifbrett hast Du "optimalen Grip" um selbst schwierigste Akkorde zu greifen.

 

Mach Dir den Weg frei!

Manchmal stehen Gitarristen aber auch ganz alltägliche Dinge im Weg: Ringe (oder anderer Fingerschmuck) kann die Greifhand behindern, lange Fingernägel (oder gar künstliche) stehen dem festen Griff im Weg oder zu kurze Fingernägel (z.B. weil abgekaut) können Dir Kraft nehmen, die Saiten zu drücken.

Auch an der Gitarre kanns liegen, an den Saiten und vielen anderen Faktoren. Am besten arbeitest Du Dich dazu aber von oben nach unten durch: und ganz oben stehst Du selbst! Also fang bei Dir an und frag Dich: wo liegt mein Daumen? Was macht meine Kralle? Sitz ich gerade...? u.s.w....

Viel Spaß!! (...trotzdem)

 

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Kommentare:

  1. Antworten
    1. Da gebe ich dir recht!!!!!
      LP

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  2. Das Beispiel mit dem Stift bewirkt wunder. Danke !

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  3. Ich finde das mit der Kralle gut.
    So kann man sich das gut vorstellen.
    Statt den Stift würde ich aber eher etwas nehmen,dass so dick wie der Gitarrenhals ist!

    Danke!
    LP

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  4. Ich schließ mich den Vorrednern an - das Krallenbild ist echt gut - aber passt das (v.a. mit dem Daumen) dann auch trotzdem noch für Barré-Griffe, die ja unweigerlich und recht schnell um Aufmerksamkeit buhlen?

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  5. Die Tipps bringens echt,besonders wenn man sich als Anfänger die ganze Zeit fagt warum die Akkorde, wenn man sie spielt immer so einen kleinen komischen Beigeschmackt haben der so zitternd und irgendwie gar nicht gut klingt.Ich weis auch nicht wie ich es beschreiben soll, aber vielleicht kennt das ja jemand von euch.Dann hilft das echt gut.Guter Blog,finde ich.
    M.R.

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  6. Hallo, danke für die Tips, bin blutiger Anfänger und bei A-Moll bekomm ich noch die Krise,, ständig berühre ich dabei die untere E Saite, irgendwie bin ich da anscheind noch zu verkrampft, macht sich dadurch bemerkbar das ich auch ruckzuck tierische schmerzen im Zeigefinger von der Saite habe... Muss ich wohl noch sehr viel üben...

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    1. Hallo,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich erlebe genau diesen Fall oft im Unterricht. Häufigste Fehlerquelle ist dabei die Gitarrenhaltung: Viele halten dabei das Instrument "schräg" um auf das Griffbrett zu schauen - diese Schieflage sorgt für das unbeabsichtigte Aufliegen der Finger an den Saiten.

      Tipp: Versuche die Gitarre möglichst gerade (rechter Winkel zum Boden) zu halten. Das hilft in den meisten Fällen und Du brauchst auch weniger Kraft beim drücken der Saiten.

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